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Anbau der großfruchtigen Moosbeere

Die Moosbeere taucht in Polen in Sumpfwälder und Hochmooren auf; es ist die Sumpf-Moosbeere. In Amerika ist die damit verwandte großfruchtige Moosbeere populär, von der die Anbausorten stammen.

Die Moosbeere gehört der Familie der Heidekrautgewächse und ist ein Kriechgesträuch. Es entwickelt zweierlei Sprossen: Langtriebe und daraus nach oben herauswachsende Kurztriebe. Die Langtriebe erreichen bis 2m Länge, ermöglichen der Pflanze ihr Areal auszubreiten und beeinträchtigen die Unkrautentwicklung, indem sie die Bodenoberfläche dicht bedecken. An den Kurztrieben, also fruchttragenden Sprossen, entwickeln sich die Blüten und danach die Früchte. Die Blätter sind kaltgrün und weisen eine Lebenszeit von 2-3 Jahren auf. Die Wurzel sind sehr klein und besitzen keine Haarwurzel deswegen sind die Mykorrhizen, also Symbiosen der Wurzel und Pilzen, von großer Bedeutung.

Die Blüten bestäuben sich gut mit dem Pollen derselben Sorte. Andererseits wirkt sich die Fremdbestäubung durch Bienen oder Hummeln gegenüber den Erntenumfang und Qualität gut aus.

Blühende Moosbeere
Moosbeerenfrüchte
Die Frucht ist eine fleischige Beere. Drinnen befinden sich Luftkammern, die den Früchten das Schwimmen ermöglichen. Die Tatsache wird auf den großen Plantagen beim Pflücken und Aufsammeln ausgenutzt. Die Moosbeere gehört zu der Gruppe der langlebigen Pflanzen. Die Plantage kann dekadenlang betrieben werden.

Der Erfolg bei Moosbeerenanbau ist vor allem durch entsprechende Vorbereitung der Stelle bedingt. Eine besonders gute Saatstelle bildet der feuchte, sauere Sumpfboden. Die Moosbeere kann auch im Sandboden mit entsprechendem pH-Wert (pH in H20 4-5) angepflanzt werden. Die Moosbeere verträgt keine Dürren und Hitzen.

Der eigentliche Boden taucht sehr selten auf, es bleibt also die Bodenanpassung übrig:

  • Auf den bestimmten Beeten mit der Breite von 1m ist eine 20-30cm Dicke Schicht Bodens wegzuräumen.
  • Die Sohle und Seiten der Grube sind mit Folie auszulegen.
  • Die Folie ist an 4-5 Stellen pro 1 Quadratmeter durchzustechen.
  • Die Rabatte ist mit der Mischung von Sauertorf und Sand im Verhältnis 1:1 zu füllen.
  • Den Grund feuchten und die Oberfläche ausgleichen.
  • Es sollen 5 Saatpflanzen/Quadratmeter angepflanzt werden.
  • Die Rabatte soll besandet werden. Dabei ist der Sand gleichmäßig mit einem Sieb oder einem Kasten mit durchlöchertem Boden auszustreuen. Die Sandschicht soll 3-4 stark sein. Der Sand schützt den Boden gegen Austrocknen und Überhitzen.
Ausschnitt einer fruchttragenden Moosbeeren-Plantage
Moosbeeren-Gerstäucher überwintern besonders gut unter dem Schnee
Die Moosbeere weist geringen Futterbedarf auf und ist sogar empfindlich gegen übermäßige Düngung. Ein Tischlöffel eines Mehrkomponentendüngmittels für 1m2 (z.B. Heidelbeerendüngmittel) 2-3 Mal in der Saison eingesetzt, bildet eine angemessene Dosis.

Die meist günstige Bedingungen für Überwitterung findet die Moosbeere unter dem Schnee. Schwierigkeiten entstehen bei rohen und schneelosen Winterperioden. Dann soll die Moosbeeren-Rabatte mit ein paar Kiefer - oder Fichtenzweigen bedeckt werden.

Das Unkraut wird aus dem Beet einige Male jährlich entfernt, damit starkes Auswachsen an dem Boden verhindert wird.

Ein Mal jede 2-3 Jahre ist es ratsam die Besandung zu wiederholen. Dies bewirkt die Verjüngung der Sträucher und effizienteres Durchwachsen des Bodens durch die Wurzel. Die Rabatte soll natürlich ab und zu gegossen werden, aber trotz allgemeiner Behauptung soll man sie nicht zu einem Sumpf machen. Es reicht eine mittelmäßige Feuchtigkeit, die Wurzel sowie die Mykorrhizanpilze bedürfen darüber hinaus des Sauerstoffes.

Die Rabatte gegossen, gejätet, besandet und mit Düngmittel versorgt… es bleibt die Fichte zu pflücken. Ein Quadratmeter bringt in der Regel 2-3kg Früchte. Diese kann man für Saft, Liqör oder Konfitüren bestimmen – zwei letzte Möglichkeiten habe ich selbst geprüft, die Moosbeere fällt ausgezeichnet gut aus.

Krzysztof Botul

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